Die Preardin – Priester des Erbauers

Ich weiß, dass einige von Euch Angst haben, und ich vermag keine tröstenden Worte zu finden, die Euch diese Angst nehmen könnten. Auch ich habe Angst. Angst vor dem morgigen Tag, Angst vor der großen Schlacht, Angst vor dem Gemetzel, bei dem so viele unseres Glaubens sterben werden. Aber ich weiß, dass der Erbauer in uns ist. Er beobachtet uns und gibt uns seine Kraft und seine Stärke, auf das wir morgen aufrecht dem Unvermeidlichen, so es uns treffen wird, ins Auge blicken können. Er wird auf diesem Schlachtfeld bei uns sein und jeden von uns in die Stätten der Werke geleiten. Denn eines ist sicher: morgen werden wir alle unsere Läuterung erfahren.Denk daran, meine Brüder, die nicht Geweihten werden morgen große Furcht empfinden, mehr noch als wir. Denn viele von ihnen sind nicht so stark und fest im Glauben wie wir. Wir dürfen ihnen nicht zeigen, was uns quält, denn mehr als jemals zuvor benötigen sie unser leuchtendes Vorbild und unsere starken Seelen. Denn wenn wir morgen wanken, dann werden die anderen fliehen.

So höret, Ihr edlen Oradin, kämpft aufrecht und wahr, zeigt dem Gegner unsere Stärke und die Wut des Erbauers. Lasset eure Schläge auf den Gegner niedergehen wie der Hammer, der auf den Amboss schlägt. Doch geht jetzt und ruht Euch aus, denn Eure Taten beginnen erst morgen. Aber wir, die Preardin, sind schon heute gefragt. Geht hinaus, treue Diener des Erbauers, und tragt Mut und Zuversicht zu denen, die ihn benötigen, die unsere beruhigende Stimme brauchen, damit sie morgen tapfer auf dem Feld der Ehre kämpfen werden. Schützt morgen alle jene, die Ihr erreichen könnt, versucht so viele wie möglich zu retten, denn das ist unser Schicksal. Wir werden morgen die Leiber der Gefallenen mit den unseren schützen, während wir versuchen, sie zu heilen. In diesem Moment der Schutzlosigkeit und Auslieferung wird der Erbauer ganz nahe bei uns sein, so dass wir all das ohne Angst über uns ergehen lassen können.
Auszug aus der Rede des Pretor zu den Dienern des Erbauers vor der grossen Schlacht bei Kell´n-Ann Rhe´arr

 

Der Aufbau des Ordens

I. Der Pretor eine Person
II. Die Preator oder der Rat der Weisheit zwanzig Preardin
III. Die Preardin – Preardin Okus
– Preardin Marzes
– Preardin Jermir
– Preardin Preado
IV. Die Akoluthen Preado
V. Die Büßer

Die Preardin sind das Gros des Ordens und die normalen Priester des Erbauers. Sie sind für das Seelenheil der gemeinen Bevölkerung zuständig und übernehmen die Rolle der Richter, Gelehrten, Wissenschaftlern und so weiter.
Sie haben sich einem Leben des Dienens und des Helfens verschrieben. Aber auch ein Leben des Richtens und des Sammelns von Wissen. Preardin ist es wie den Akoluthen untersagt, Kampfmagie etc. zu erlernen. Preardin ist es untersagt zu kämpfen, was aber nicht heißt, dass sie sich nicht verteidigen dürfen. Auch dürfen Preardin keine schweren Rüstungen tragen.

Preardin sind im Volke sehr beliebt und respektiert. Sie helfen, wo sie nur können, und sind in jeder großen Stadt ebenso wie in den kleinsten Dörfern vorzufinden. Dort leiten sie entweder alleine oder mit mehreren die Häuser des Erbauers. Aber auch bei den Preardin gibt es Unterschiede:

Die Preardin Okus:

Sie sind reine Berater und stehen dem Pretor und den Preator mit Rat und Tat beiseite. Sie übernehmen auch alle vertraulichen Botengängen und dienen als eine Art Herold. Die Preardin Okus haben keine sonstige Befehlsgewalt, bzw. keine andere Funktion als die oben genannte. Sie halten sich aus allen Angelegenheiten heraus und geben nur Informationen weiter

Die Preardin Marzes:

Auch Preardin der langen Pfade genannt. Diese Preardin tun nichts anderes als die Länder zu bereisen, nicht selten ohne Schutz der Oradin, und versuchen, dort Gutes zu tun. Die Preardin Marzes haben zwar nur begrenzte richterliche Macht (man würde sich eher an einen Preardin Jermir wenden als an Preardin Marzes), dafür sind sie aber meist sehr willkommene Gäste. Einerseits, weil sie viel zu erzählen wissen, andererseits, weil man mit ihnen Informationen austauschen kann. Man kann sogar sagen, das die Hauptaufgabe dieser Preardin daraus besteht, die anderen Ordensmitglieder auf dem Laufenden zu halten, was in der Welt so passiert. Sie pilgern von einem Ort zu anderen und versuchen dabei, so viele Informationen und so viel Wissen wie möglich aufzunehmen.

Die Preardin Jermir:

Diese Preardin sind etwas höher gestellt als die normalen Preardin. Sie fungieren als höchster Richter in einer großen Stadt oder als Leiter eines Hauses des Erbauers. Meistens sind sie für einen ganzen Stab von normalen Preardin zuständig und dienen als direkte Ansprechpartner der Preardin Okus, wenn z.B. Befehle des Pretors oder der Preatoren weitergetragen werden müssen.

Die Preardin Preado:

Dies sind die normalen Preardin, das Gros des Ordens. Die Preardin Preado sind das offizielle Sprachrohr des Erbauers und tun alles, um seine Gesetze und seinen Willen der Bevölkerung nahe zu bringen. Sie sind es auch, die das Volk vor allem Übel zu schützen und alles Leid von ihnen zu nehmen versuchen. Jeder Preardin, der auf eine längere Reise geschickt wird, hat das Recht auf eine Eskorte der Oradin. Nebenbei sei erwähnt, dass jede größere Stadt eine Garnison der Oradin bzw. Ordenskrieger hat.
Preardin
© Bianca Mödersheim

Preardin im Spiel:

Preardin sind meist sehr höflich, hilfsbereit und freundlich. Doch auch ein Preardin kann erzürnt werden. Sie interessieren sich für alles Neue und versuchen, sich im Laufe der Zeit viel Wissen anzueignen. Preardin können zwar manchmal recht verschlossen sein, sind dabei aber nie unhöflich. Sie legen viel Wert auf die Grundsteine und versuchen alles, um Leiden zu lindern. Sie sind auch Gelehrte, Schreiber und Alchimisten.
Die klerikale Magie der Preardin beschränkt sich auf Heilzauber und sehr häufig auch Schutzzauber.
Ein Preardin würde nur im äußersten Notfall einem anderem Wesen Schaden zufügen, meistens aus der Selbstverteidigung heraus. Preardin ist es eigentlich verboten, eine Waffe zu tragen, genauso, wie es ihnen eigentlich verboten ist, eine schwere Rüstung zu tragen. Nebenbei sei erwähnt, das Preardin auch aus Überzeugung keine Waffen oder Rüstungen tragen (der rituelle mit Eisen beschlagene Kampfstab ist aber erlaubt).

Werdegang:

Die Büßer

Jeder Preardin beginnt als Büßer. Er entledigt sich aller weltlichen Mittel und bereist in weißem Gewand, ohne Geld oder Waffen, die Welt. Am Ende eines gewissen Zeitraums darf der Büßer zu dem Haus des Erbauers zurückkehren, in dem er um Einlass in den Orden gebeten hat.

Der Anwärter muss ein kleineres Gespräch des Seins durchstehen, meistens mit einem beliebigen Preardin (es reicht, wenn er die Grundsteine sinngemäß aufsagen kann und natürlich versteht). Und er muss während seiner Büßerschaft entweder etwas Handwerkliches oder Schriftliches erschaffen haben, das Anerkennung verdient.
Wenn diese Bedingungen erfüllt sind, wird der Büßer zum Akoluthen mit all seinen Pflichten und wenigen Rechten.

Die Akoluthen Preado:

Dies sind die Novizen des Ordens. Aus ihnen sollen irgendwann einmal Preardin werden, bis dahin gehen sie bei den anderen Preardin in die Lehre, oder sie wandern ähnlich wie die Preardin Marzes durch die Lande und versuchen dem Volke zu helfen. Ihre klerikale Macht ist noch sehr beschränkt, und sie haben nur in Ausnahmefällen die Erlaubnis, Recht zu sprechen. Ein Akoluth-Preado muss nicht zwangsläufig zum Preardin werden – er kann auch zu den Khardin wechseln. Das dürfen übrigens auch alle Preardin im Laufe ihrer Dienerschaft. Wenn ein Akoluth-Preado meint, so weit zu sein, muß er diverse Rituale durchlaufen und anschließend von mindesten einem Preardin Jermir offiziell bestätigt werden. Anschließend reist er zu den festen Terminen der Weihe zu einem Haus des Erbauers der Preator und empfängt dort von dem zuständigen Preator die Weihe.

Hierarchie:

In der Hierarchie stehen über den Preardin die Preator und als Oberster der Pretor.

Die Preator:

Die Preator sind zwanzig Preardin, die den Rat der Weisheit bilden.
Sie herrschen über die religiösen Lehen, die sich deutlich von den Ritterlehen unterscheiden. Nicht selten kommt es vor, dass ein Preatorlehen sehr viele Ritterlehen umspannt. Die Preatoren sind relativ unabhängig in ihren Entscheidungen und können ihr Lehen so verwalten, wie sie es für richtig halten. Dabei müssen sie sich aber streng an die Grundsteine halten und natürlich den Anordnungen des Pretors Folge leisten. Auch sind die Preator von der Rechtssprechung her dem Pretor fast ebenbürtig, allerdings müssen sie alle Urteile, die sie fällen, dem Pretor als Abschrift vorlegen. Sollte der Pretor meinen, dieses Urteil sei ungerechtfertigt, so kann und soll er eingreifen. Aber ähnlich wie der Pretor verhandeln die Preator nur die wirklich relevanten Gesetzesverstöße.
Auch diese Preardin sind von immenser klerikaler Macht. Sie verlassen selten ihre Standorte und wenn, dann nur unter einem großen Aufgebot von Ordenskriegern und Oradin. Auch die Preator sind fähig, die Toten wiederzubeleben, aber ohne das Einverständnis des Pretors wäre das ein Verstoß gegen die Grundsteine.

Der Pretor:

Der Pretor ist der höchste Vertreter des Erbauers auf Erden. Dieser Posten wird einmal auf Lebzeiten vergeben, und es kann ihn nur einer aus den Reihen der Preator bekleiden. Der Pretor wird von den Preator vorgeschlagen und zusammen mit den Preardin Okus gewählt. Der Pretor kümmert sich um alle Belange des Ordens, wobei ihm die Preator mit Rat und Tat beiseite stehen. Der Pretor ist auch der höchste Richter im Lande, er fällt alle Urteile, die seines Ranges würdig sind. Jeder hat theoretisch das Recht, vor dem Pretor sein Anliegen vorzutragen, aber tatsächlich zu Rate gezogen wird er eigentlich nur bei wirklich schweren oder schwierigen Tatbeständen. Nebenbei sei noch erwähnt, das der Pretor über immense klerikale Macht verfügt. Auch ist er fähig, die Toten wiederzubeleben, sofern es natürlich durch die Gesetze des Erbauers erlaubt ist (also praktisch nie).

Messe
© Christoph Schweers