Das Gefolge des Erbauers

In der Schlacht der Getäuschten kämpften zahlreiche Krieger auf Seiten des Erbauers. Die Legenden erzählen, das einige von ihnen sich so hervortaten, das der Erbauer sie als sein Gefolge mitnahm. Sie sind nunmehr so eine Art Heilige: Das Volk betet zu ihnen, wenn sie den Erbauer sozusagen nicht direkt mit ihren Sorgen belasten wollen, und sie nennen sie beim Namen (so etwa wie: „Möge Madakor sich Deiner Seele annehmen“ oder „Möge Farreas diesen Acker stets behüten.“ oder auch „Bei Regolach, die Flamme der Läuterung ist da!!“). Oft sieht das Volk auch in bekannten Helden oder berühmten Adligen einiges dieser Krieger wiederkehren („Er hat die ganze Zeit nicht mit der Wimper gezuckt, in ihm steckt ein bisschen von Tugamar“). Auch ist es üblich, Kinder nach ihnen zu benennen, ob nun direkt oder leicht abgewandelt.

Diese Krieger sind:

Thoros: Der Blinde Krieger

Thoros war ein Krieger, der bereits auf dem Weg zur Letzten Schlacht starb. Eine Kreatur des Täuschers hatte alle Krieger mit Blindheit geschlagen, und blind fand Thoros den Feind und erwürgte ihn. Er starb dabei, weil die Kreatur ihn mit ihren Dornen durchbohrte, und ist seitdem auch im Gefolge des Erbauers blind. Er ist der Patron besonders der Ordenskrieger, aber eigentlich aller Kämpfer, die bis in den Tod gegen jeden Feind des Reiches angehen, ohne sich beirren zu lassen.

Thoros

Regolach: Der Krieger der Rache

Der Krieger der Rache war nicht aus edlem Heldenmut im Gefolge des Erbauers. Er wurde einzig und allein von der Sucht nach Vergeltung getrieben – der Täuscher hatte seine gesamte Familie in den Erschöpfungstod getrieben, und in seinem religiösen Wahn hatte Regolach ihm auch noch dabei geholfen, sie zu infizieren. Als seine Kinder sich jedoch wanden und starben, gingen ihm die Augen auf, und Hass erfüllte ihn. Im Kampf gegen den Täuscher wollte er sterben, um selbst zu büßen. Deshalb suchte er die größten Gefahren, die stärksten Gegner, die finstersten Todesfallen, doch der Tod war ihm nicht vergönnt. Alle seine Kämpfe überstand er, und nach dem Kampf berief der Erbauer den verbitterten Krieger in sein Gefolge. Mit beispielloser Wut verfolgt er nun jene, die dem Waldfürsten dienen, und jene, die aus Verblendung gegen andere Menschen grausam sind (demzufolge ist er der Schutzpatron der Flamme der Läuterung – und ihrer Gegner!)

Regolach und Gorekh

Gorekh: Der Krieger des Todes

Gorekh war ein mächtiger Krieger, aber schon uralt, als er ins Gefolge des Erbauers eintrat. Von Altersschwäche und Müdigkeit gezeichnet, tat er sich trotzdem in der letzten Schlacht hervor. Er zählte zu den wenigen Überlebenden. Als er aber den Erbauer tot darniederliegen sah, setzte sein altes Herz aus, und er starb zu seinen Füßen. Der Erbauer belohnte ihn, indem er ihn sein Gefolge aufnahm, und jetzt leitet der ehrwürdige Greis in schimmernder Rüstung die gläubigen Toten zu den Stätten der Werke. Der Legende nach erscheint Gorekh einem jedem Landesfürsten dreimal, wenn jemand ihm nach dem Leben trachtet, und gibt ihm Hinweise, wie er dem verfrühten Tod entgehen kann. So ist ein jeder Fürst vor den ersten drei Attentaten sicher (sagt die Legende).

Gorgomm: Der Krieger der Esse

Gorgomm war ein Waffenschmied und Krieger, der den Erbauer begleitete. Er reparierte die Waffen und Rüstungen der Truppen, und nun ist er der Schutzpatron der Schmiede und der Baumeister von Danglar. Der Legende nach schlug er mit seinem stählernen Schmiedehammer vier lange Nägel aus lauterem Silber in den Körper des Täuschers, um ihn an einem Ort zu bannen, bevor ihn die Schergen des Täuschers töteten. Auch ist er jener, der neue Erfindungen in die Welt der Menschen bringt, und den Fleiß der Menschen ab und zu mit guten Ideen belohnt. Außerdem leitet er die Stätten der Werke.

Gorgomm

Farreas: Der Krieger ohne Herz

Farreas war ein kräftiger junger Krieger aus der Garde des Landesfürsten. Er wurde in der letzten Schlacht von einem Wesen des Täuschers durchbohrt. Obwohl er tödlich getroffen war, schlug das durchbohrte Herz in seiner Brust weiter. Er verblutete schnell, doch das Blut, das aus seiner Brustwunde strömte, fiel auf den Boden, und wohin es fiel, starben die Wesen des Täuschers. Nunmehr ist er der Krieger im Gefolge des Erbauers, der niemals ermüdet, und dessen bloße Anwesenheit die Kreaturen des Waldfürsten tötet. Sein Herz ist fort, deshalb kann es niemals von einem Setzling erreicht werden. Er ist der Schutzpatron der Priester, Alchimisten und Heiler, die gegen die Mutationen des Fürsten ankämpfen (das wirksame Gift, das aus der Säure der Schlangen des Roten Waldes hergestellt wird, trägt den Namen „Blut des Farreas“).

Farreas und Madakor

Madakor: Der Krieger der Verdammten

Madakor war ein Heerführer des Alten Reiches. Der Legende nach wurde sein komplettes Kontingent auf dem Weg zur Letzten Schlacht vernichtet, und Madakor gab sich die Schuld. Er beschloss, in der letzten Schlacht den Tod zu suchen. Als die Schlacht aber auf der Kippe stand, erschienen die Geister des vernichteten Kontingents und eilten Madakor zu Hilfe. Madakors Leben konnten sie nicht retten, wohl aber die Schlacht, sagt die Legende. Madakor ist seitdem im Gefolge des Erbauers – er bringt Trost zu all jenen Gläubigen, deren verfrühter Tod nicht vom Orden verhindert werden konnte, beruhigt ihre entsetzten Geister und bringt sie in die Stätten der Werke.

Tugamar: Der Krieger der Ewigkeit

Tugamar war ein einfacher junger Bannerträger an der Seite des Erbauers. Als das Banners an dessen Seite fiel, eilte Tugamar hinzu, hob es und hielt es aufrecht, obwohl der Täuscher ihm grauenhafte Illusionen sandte. Die schlimmste Illusion von allen war, das ewige Zeit verstrich: Tugamar sah die Schlacht enden, sah die Leichen der Gefallenen zu Staub verfallen, sah Tausende Sonnenauf- und Untergänge und wie die Jahrhunderte an ihm vorbeizogen. Doch Tugamar widerstand: Er ließ das Banner nicht sinken – und als die Schlacht geschlagen und der Erbauer niedergestreckt war, hatte sich sein Haupthaar weiß gefärbt, und seine Glieder hatten alle Kraft verloren. Tugamar hat ein junges Gesicht, doch die Weisheit der Ewigkeit blickt aus seinen Augen. Er stützt sich noch heute auf einen Stab mit einer Flagge daran, und er ist für die Richtigkeit des Ablaufs der Dinge verantwortlich (Er sieht den Zauber Zeitkontrolle wirklich nicht gern!). Zudem führt er angeblich das Original des Buches der Erinnerung, in dem alle Dinge stehen, und nicht nur jene, die wir Menschen wahrnehmen.

Shebala: die Kriegerin der Wacht

Shebala war eine von wenigen Kriegerinnen in dieser Zeit. Sie hatte sich durch außergewöhnlichen Ehrgeiz den Platz an der Seite des Fürsten erkämpft. In der Schlacht der Getäuschten wurde sie schwer verletzt – nicht, weil sie keine gute Kriegerin gewesen wäre, sondern weil sie mit ihrem Schwert Schläge gegen den Fürsten auffing, die auf sie gezielten aber einsteckte. Sie trug mehr Wunden davon als jeder andere in der Schlacht, und doch überlebte sie. Nach der Schlacht der Getäuschten versorgte sie dann auch noch die Wunden der Verletzten, bevor sie ihre eigenen versorgte. Der Erbauer berief sie in sein Gefolge, auf den Ehrenplatz an seiner rechten Seite. Sie ist nunmehr Schutzpatronin aller Frauen, die in noch von Männern beherrschten Domänen viel erleiden müssen (im Orden wie auch in ganz Danglar herrscht ja seit jenem Vorfall die Gleichberechtigung) und sowieso aller selbstlos aufopferungsvollen Menschen.

Shebala