Ein langer Weg zurück [IT-Sammel-Thread]

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Dieses Thema enthält 11 Antworten und 5 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Alandus Sekundi Alandus Sekundi vor 1 Jahr, 3 Monate.

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  • #1547
    Halfdan
    Halfdan
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    „Krieger wie ich willst du werden, junger Bursche? “
    Halfdan mustert den Jungen Bauerssohn, der mit glänzenden Augen in der Taverne die Waffen anschaut.
    „Komm, ich lass dir ein Øl hinstellen und ich erzähl dir von unserem letzten Feldzug.“
    Nachdem wir ja ohne Lohn zu erhalten, die Festung Kjells geschleift hatten, kam uns die Nachricht, dass Hagen von Threist harte Kämpfer sucht gegen Guten Sold gerade recht. Und die Kunde stimmte. Nicht nur das, auch das Essen und das Trinken wurden gestellt.
    Es fing auch gut an…ruhiges Warten und kurze Märsche nach Schwarzstein, einem kleinen, wehrhaften Dorf. Dort erläuterte uns Hagen, was er von uns wollte.
    Es ging gegen die grauen Löwen, Beschwörer von Draugrs, das wussten wir. Das Ausmaß war uns aber nicht klar. Ein ganzer Landstrich war an sie gefallen, darum wollte er mit all seinen Truppen dort einfallen und versuchen, sie zu besiegen. In der Zwischenzeit sollten wir als Stoßtrupp in das Herz des Feindes vordringen und das Geheimnis ihres Erstarkens ergründen – und beseitigen.
    Er wusste, dass es für ihn und seine Truppen kein Zurück mehr gab – jeder gefallene Krieger seiner Seite würde sich als Unlebender gegen die Seinen erheben. Wir mussten schnell sein, wenn er und seine Leute am Leben bleiben wollten.
    In dieser Nacht waren wir alle entschlossen – aber auch niedergedrückt. In dieser Stimmung traf ich eine junge Angehörige der Rotwehr – das sind Junge Burschen und Mädchen der Umgebung, die in Notzeiten das Aufgebot stellen . Schlecht gerüstet, wenig ausgebildet, aber mit Entschlossenheit im Herzen. HAgen von Threist bot alles auf.
    Das Mädchen berührte etwas tief in mir…wie sie da Wache stand, die Axt doch so entschlossen in der zitternden Hand. Kalininka war ihr Name und in jener Nacht versuchte ich ihr zu erläutern, das sie sich ihrer Angst nicht schämen müsste. Denn nur wer Angst hat, kann auch mutig sein.

    Hast du schonmal die Götter um etwas gebeten? In jener Nacht tat ich es. Ich bat Fyr, sie sicher nach Hause zu führen, damit sie dort nach dem Krieg einen Jungen kennen lernen könnte, einen Hof bauen, Apfelbäume und Bienenstöcke aufstellen könnte , dort umgeben von Ihren Enkeln alt werden dürfte.

    Möchtest du wirklich, dass ich dir die Kämpfe beschreibe, die folgten, als wir uns unseren Weg bahnten? Reihe und Reihen von Draugrs stürmten uns entgegen, viele noch als ehemalige Rotwehr erkennbar. Schrecklich verstümmelt und doch sich immer wieder erhebend. Möchtest du wirklich wissen, wie blind wütend die Grauen Löwen waren, die wir überwältigen konnten? Soll ich dir schildern, durch welche Methoden wir von Ihnen erfuhren, dass wir zwei Geräte aus Metall finden mussten, um damit eine alte Zwergenesse zu vernichten – ich weiß nicht, wie ich dir das beschreiben soll. Möchtest du wirklich wissen, wie es ist, Bauern, Frauen mit Kindern zu sehen, die dir als Draugr versuchen , die Kehle zu zerbeißen?

    Bei einem dieser Kämpfe war es auch, dass ich zu Boden ging- meine Gefährten ebenfalls in verzweifelter Lage. Ich erinnere mich nur noch an die Zähne über meinem Gesicht, den Schmerz , die reißenden Klauen.
    Und dann sah ich die große Halle. Die langen Reihen von Tischen, an denen wir uns alle eines Tages als Brüder und Schwestern versammeln – egal auf welcher Seite wir einst ehrenvoll kämpften. Ich sah meinen Platz, das Horn mit Met, die Platte mit Braten. Ich wollte gerade Platz nehmen, da hörte ich Fyrs Stimme: „Geh zurück. Es ist noch nicht soweit. Geh zurück“
    Ich schlug in meinem Körper die Augen auf und blickte auf eine Heilerin, die an meinem Hals gerade die letzten Stiche mit einer Nadel ansetzte. Meine rechte Gesichtshälfte war eine einzige Wunde, das Blut lief über mein Auge. Doch es blieb keine Zeit zur Rast. Die Magier hatten heraus gefunden, was und wo mit diesen Geräten getan werden musste, um die Esse zu zerstören, die den grauen Löwen Macht gab.

    In der Abenddämmerung stellte sich unsere zerschlagene Schar auf einer kleine Lichtung auf einem Hügel auf, während die Magier hinter uns ihr Werk taten. Komische Geräusche kamen von hinten, ein Licht fuhr in den Boden. Manch einer betete.
    Die grauen Löwen hatte die Gefahr erkannt und schickten Welle um Welle der Draugr gegen uns. Mein Schild zerschlagen, der Arm durch Lanzenstiche verletzt. Keine Zeit, den Heiler mich versorgen zu lassen, nur den Arm rasch festgebunden, unsere Reihe lichtete sich. Ordenskrieger, runländer Drachenjäger, fremde Söldner, wir alle vergossen unser Blut. Und die Magier? Taten das, was sie immer tun…..mehr Zeit brauchen. Mehr Blut, Schmerz und Tränen, erbitterte Kämpfe. Unsere Schar schmolz wie eine Sandburg in einer roten Flut. Leichen überall, mache drei, ja viermal getötet. Und dann…….ich sah sie. Kalinka. Sie kam auf mich zu und wollte mich töten. Ich… Weiß nur, dass ich auf sie zuraunte, wahnsinnig brüllte, sie niederschlug. Ich …. Warf mich auf sie, drückte ihr meinen Dolch in die Hand, umschloss ihre Hand mit meiner zur Faust , mit dem Ellbogen drückte ich ihren Kiefer von mir weg und irgendwie… hab ich… ihr den Kopf ………..abgeschlagen……………

    Ich hab schon viele üble Dinge gesehen und auch selbst getan. Ich habe getötet und Freunde fallen sehen. Aber..
    Irgend etwas ist in mir damals .. Zerbrochen…ich kann es nicht anders beschreiben.

    Sie starb mit einer Waffe in der Hand. Ich bin mir sicher, dass Sie vor ihrem ersten Tod tapfer kämpfte.Ich bete zu Fyr, dass das reicht, um sie in jener Halle an meiner Tafel zu sehen.

    Ich weiß nicht, wie lange das so weiter ging.. irgendwann gab es eine große Erschütterung , die Draugrs wurden weniger. Die Esse ist wohl zerstört, und viele Graue Löwen sind wohl tot. Wir haben gesiegt… Und dem Land Danglar wieder etwas Frieden gegeben.
    Hagen von Threist ist wohl gefallen…ich hoffe, er starb wirklich. Gut, dass wir vorher unser Silber bekommen hatten.

    Von der Rotwehr, mit der Kalinka so tapfer ausgezogen war, kehrte vielleicht einer von Zehn zurück. Ganze Dörfer sind entvölkert und ganze Landstriche durch üble Magie verbrannt.

    Und ich? Wenn ich die Augen schließe, sehe ich dieses junge, entschlossene Gesicht, ein junges Mädchen, das versucht, die Aufgabe eines Kriegers zu tun. Wenn ich schlafe träume ich von Klauen und Zähnenvor meinem Gesicht… Und wie eine Junge Rotwehrdraugr auf mich zutaumelt.

    Überlege wohl Bursche, ist das wirklich was du auf deinem Weg auch erleben möchtest?

    Und jetzt erhebe Deinen Humpen auf jene tapfere Rotwehrkrieger und ich trinke auf Kalinka!

    #1549
    Alandus Sekundi
    Alandus Sekundi
    Teilnehmer

    Ein weiterer Tag ist vergangen. Ich schreibe und schreibe, sooft ich dies für jemanden tun kann. Hier ein Brief an einen Geschäftspartner. Dort ein Schreiben an die ferne Mutter. Und ab und an, ein Liebesbrief.
    Wenn ich nicht schreibe arbeite ich an neuen Büchern. Gefäße welche dereins gefüllt werden können. Boten, die ihre Nachricht in eine ferne Zukunft tragen sollen.
    Heute hatte ich wieder einmal etwas Zeit an meinem Buch der Erinnerung zu schreiben. Es geht voran, wenn auch langsam. Ich weiß ich zögere es hinaus. Zögere hinaus es zu vollenden.
    Warum? Die Abschrift zu vollenden heißt das zu besiegeln was mich hier bindet. Ich habe keine Angst davor, nein das nicht. Vielmehr habe ich Angst vor dem was ich empfinde. Danglar ist viel zu schnell in mein Herz eingedrungen. Ich fühle mich hier heimisch, und doch bin ich der Fremde und Außenseiter. Ich will dieses Land beschützen, und fühle mich doch so oft hilflos.
    Es gibt so vieles in diesen Menschen das ich bewundere. Es gibt Menschen hier die ich bewundere. Ja, von Threist brachte mich in seiner Art innerlich zur Verzweiflung, doch ich respektierte ihn für seine Zielstrebigkeit. Iovard, Esko, Calen und noch so viele mehr. Alles in mir will ihnen helfen, dieses Land zu schützen. Die Menschen hier zu schützen.
    Auch der Glaube an den Erbauer, so vieles deckt sich mit meinen Überzeugungen. Oh ich werde nie den Glauben an Deneir verlieren, doch auch an den Erbauer glaube ich.
    Wissen ist Macht. Namen haben Macht. Worte haben Macht.
    Und eines der Mächtigsten ist: „Heimat“.

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