Ein langer Weg zurück [IT-Sammel-Thread]

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Dieses Thema enthält 11 Antworten und 5 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Alandus Sekundi Alandus Sekundi vor 1 Jahr, 3 Monate.

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  • #1257
    Hana
    Hana
    Moderator

    Neustart eines Sammel-IT-Threads. Keine zusammenhängende Geschichte, nur Auszüge aus dem Leben der Charaktere (oder auch mal NSCs/Hintergrundfluff). Für ein bisschen Fluff zwischendurch und jeden, der gern mal ein Textchen schreibt!

    Da das alte Forum nicht mehr erreichbar ist, habe ich den bisherigen Threadverlauf hier auf der HP gespeichert – falls jemand nochmal reinschauen möchte.

    #1258
    Hana
    Hana
    Moderator

    Es wurde dämmrig in der Kammer, als die Sonne hinter den Wilden Falghaten sank. Die Spitze des Berges leuchtete noch kurz wie in Feuer getaucht, dann wurde sie grau vorm grauen Himmel. Roxsana war froh, endlich eine Kammer mit Fenster zu haben. All die Jahre, die sie ihr Leben in den Zelten der Claner hinter sich gelassen hatte, und immer noch fühlte sie sich etwas beengt zwischen Wänden aus Stein … doch der Blick auf die Bergwipfel war angenehm. Irgendwie mochte sie das gewaltige, schroffe Festenstein, dass doch an ihre frühere Heimat grenzte.
    Sie strich sich die Zöpfe aus dem Gesicht und entzündete eine Kerze, um weiter lesen zu können. Es hatte etwas Befriedigendes, die verbotenen Bücher zu durchforsten. Endlich einmal nicht zu gehorchen, nach all den Verboten, die stehts ihr Leben als Magierin bestimmt hatten. Sonstwohin mit dem Orden, den Khardin, und dem Berater des Falghaten, der selbst ein Magier war und doch nichts für seinesgleichen übrig hatte als strengere Gesetze und weitere Einschränkungen.
    Roxsana hatte immer geglaubt, sämtliche Bibliotheken vom Weg des Bleichen Gebeins wären vor Jahrhunderten schon verbrannt worden. Wusste der Erbauer, wie die Grauen Löwen daran gekommen waren … es erfüllte sie mit Ehrfurcht, durch diese uralten Dokumente zu blättern. Dem Tod seine Geheimnisse zu entlocken – Antworten auf die Fragen zu bekommen, auf die ihre Lehrer vom Weg des Wahren Blutes nur geschwiegen hatten.

    #1292

    Remus
    Teilnehmer

    Remus hörte die Schritte seiner marschierenden Ordensbrüder -und Schwestern langsam in der Ferne verhallen als er sich weiter einen Weg querfeldein durch das hohe Gras schlug. Das von den Branos besetzte Land war an einigen Stellen auffallend verwildert; wahrscheinlich das Werk der Ereden und ihren leider allzu vertraut wirkenden Waldwesen.
    Allein bei dem Gedanken mit den Ereden gegen die Branos kämpfen zu müssen hatte sich Remus der Magen umgedreht.
    Auch wenn sich ihre wandlerischen Baumwesen nicht als Ausgeburten des Waldfürsten herausgestellt hatten konnte er den Gedanken nicht ertragen Seite an Seite mit ihnen zu kämpfen. Bei der ersten Gelegenheit die sich bot hatte Remus darum gebeten allein und unentdeckt in die Heimat zurückkehren zu können. Natürlich würde er seinen Beitrag zur Bekämpfung der Branos leisten. Dieses Ungeziefer das in der Lage war einem Menschen Leib und Seele durch das Einsetzen von Würmern – den eigentlichen „Branos“ – zu entreißen musste vernichtet werden.
    Remus würde wie er es in Zeiten des danglarischen Bruderkrieges getan hatte, versuchen nahe genug an die feindlichen Garnisonen heran zu kommen um das zu tun was er am besten konnte.
    Keinen halben Tagesmarsch entfernt fand er einen kleinen Außenposten in Mitten einer ausgedehnten Lichtung. Die Branos hatten weit um ihre Garnison herum Bäume geschlagen und sie wie bei einem Kastell als schützende Palisade um ihre beiden Langhäuser aufgestellt.
    Diese schwachsinnigen Idioten.
    Remus schnaubte verächtlich und beobachtete die beiden Wachen, die im Moment noch steif vor dem geschlossenen Tor standen. Etwa alle Viertelstunde umrundete einer von ihnen abwechselnd mit und gegen den Uhrzeigersinn die kleine Garnison.
    Nachdem sich Remus sich dem Rhythmus ihrer Patrouille- sicher war und die Dunkelheit genug Schutz bot, schlich er sich an den rückwärtigen Teil des Lagers an und wartete dort mit gezogener Waffe auf den Branos. Pünktlich wie ein Uhrwerk lief die Wache um die Ecke der Palisade und sah wenig mehr als eine blitzende Klinge bevor sie röchelnd zu Boden sank. Remus marschierte in dem Tempo der Branoswache weiter im Uhrzeigersinn um die Garnison. Als er die letzte Ecke vor dem letzten Wachhabenden umgang verfiel er in einen kurzen Sprint und stach der überraschten Branos-Wache, die eigentlich ihren Kameraden erwartet hatte, seinen Dolch in ihr rechtes Auge. Mit einem fast mitleiderregenden Grunzen ging sie in die Knie und starb in Remus‘ Armen, der ihren Körper auffing und weitgehend lautlos auf den Boden sinken ließ.
    Remus wartete einige Momente ab und lauschte in die Nacht hinein.
    Ein leises aufflammen seines Geistes schmolz die Scharniere des Tores um es zumindest provisorisch zu versiegeln.
    Danach wartete er ab, bis die nächste Umrundung der Garnison fällig war, nahm zwei Fackeln aus ihren Halterungen neben dem Tor und marschierte den Weg um die Palisade herum. Er warf je eine Fackel auf die ausladend mit Stroh bedeckten Dächer der Langhäuser und konnte ein Grinsen über die schnell übergreifenden flammen nicht unterdrücken.

    #1311
    Hana
    Hana
    Moderator

    Sorgfältig wischte der Meister die Klinge an einem fleckigen Tuch ab. Das Blut des Botenjungen floss langsam über den Boden auf Roxsanas Stiefel zu. Sie standen in einem Kreis, sie und die anderen Studenten, und starrten auf den Toten, über dem sich der Meister aufrichtete. „Zeigt, was ihr gelernt habt“, hörten sie seine schnarrende Stimme, „einfacher, als wenn der Tod gerade eingetreten ist, werdet ihr es nicht haben“. Wie eine Antwort erhob sich sonores Gemurmel unter den Studenten. Uralte Beschwörungsformeln, in der alten danglarischen Sprache. Es kam Roxsana nicht vor wie die Sprache, die sie als Kind und als junges Mädchen jeden Tag gesprochen hatte – dennoch rollten ihr die Silben vertraut über die Zunge.
    Der erste Student trat vor, ein junger blondgelockter Herode. Er nannte sich Juvan, seinen tatsächlichen Namen kannte Roxsana nicht. Er formte alte Gesten mit Händen und Armen, Schweißperlen traten auf seine Stirn, sein Gesicht verzerrte sich vor Anstrengung. Nichts geschah. Er trat zurück in den Kreis.
    Eine Frau mittleren Alters trat in die Mitte. Ihre Züge waren verbittert, ihre Hände vernarbt. Auch sie vollführte die Gesten, auch sie blieb ohne Erfolg. Sie schaffte es tatsächlich, ihr Gesicht zu einer noch verkniffeneren Mine zu verziehen als vorher.
    Roxsana atmete aus und trat nach vorne. Sie erinnerte sich an die verblichenen Zeichnungen in den alten Büchern, die nach Staub und Schimmel gerochen hatten. Fast wie von selbst ahmten ihre Hände die Bewegungen nach, formten ihre Lippen die Silben, sie spürte die arkanen Fäden an ihren Fingerspitzen kitzeln.
    Die Hände des Toten zuckten. Die Füße. Der Kopf hob sich, erst kaum merklich, dann kippte er ruckartig nach vorne. Der Blick des Meisters brannte in Roxsanas Nacken. Kaum merklich zog sie die Finger Richtung Handfläche, und quälend langsam richtete sich der Leichnahm auf, erst der Oberkörper, dann kam er auf die Füße, blieb stehen und sah aus ausdruckslosen Augen in ihre Richtung.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Jahre, 1 Monat von Hana Hana.
    #1331
    Hana
    Hana
    Moderator

    Roxsana übergab sich in einen Holzeimer. Als die Übelkeitswoge abflaute, lehnte sie sich zurück, um die kühle Steinwand in ihrem Rücken zu spüren.
    Dunkle Zauber hatten ihren Preis. Die magischen Worte schmeckten wie Galle auf ihrer Zunge, und in der anschließenden Nacht fand sie stets kaum Schlaf, dafür erwartete sie die Übelkeit.
    Sie wollte sich nicht beklagen, andere Studenten hatten mit größeren Problemen zu kämpfen – manche fielen in Ohnmacht, unmittelbar nachdem sie die Worte gesprochen hatten, manche krümmten sich tagelang in schmerzhaften Krämpfen. Ein wenig Übelkeit war zu ertragen.
    Auf dem Gang vor ihrer Tür kamen Schritte näher. Roxsana schob sich an der Wand hoch, um ein wenig zittrig auf den Füßen zu stehen. Hier zeigte man keine Schwäche.

    #1336
    Alandus Sekundi
    Alandus Sekundi
    Teilnehmer

    Früh am Morgen, oder eigentlich noch davor. Die Sonne hat sich noch nicht über den Horizont erhoben. Ich kann nicht schlafen. Nicht wegen dem was gestern in diesem Gasthaus geschah. Natürlich war es erschreckend einen der irregeleiteten grauen Löwen im Haus zu haben. Auch das was sie über die Speckmücken sagten war verstörend. Doch was mich anging hielt mich etwas anderes vom Schlaf fern. Calen. Sie hat mir geglaubt. Was hatte ich Angst sie würde über die Ergebnisse meiner Nachforschung lachen oder sie als absurd und abwegig erklären.
    Die anderen schlafen noch. Ich schleiche mich in den Schankraum. Hier ist es ruhig und leer. Erst schmerzt es etwas, doch dann kommt die Erleichterung als ich das Licht freilasse. Gestern als Calen alle untersuchte hatte ich Angst es würde wieder geschehen. Es passiert immer öfter das es unkontrolliert aus mir hervorbricht und mich blendet.
    Ich schlage mein Buch auf und streiche über die letzten Einträge. Ich hoffe so sehr das dies zum Ziel führen wird. Das die anderen Begeher meiner Einschätzung und der Schlußfolgerung zustimmen.
    Es kann geschafft werden, es muss geschafft werden. Auch wenn die Aufgabe gewaltig ist.
    ich lasse meine Gedanken zum gestrigen Tag zurückwandern. Trage ein woran ich mich erinnere, schreibe das Buch weiter. Dabei muss ich daran denken die Arbeiten an meinem Buch der Erinnerung fortzusetzen.
    Ich schreibe weiter, was mir aufgefallen ist, wen ich getroffen habe. In diesem Moment überkommt mich eine Erinnerung wie ein Blitz. Calen erzählt dem Mitglied der Gilde der Abenteurer davon das der oberste religiöse Führer Danglars seit einiger Zeit in einem tiefen Schlaf liegt aus dem er nicht erwacht. Als sie dies erzählte regte sich etwas in meinen Erinnerungen. Hätte jemand anders als Calen erzählt wäre dies wahrscheinlich nicht passiert, doch so.
    In meiner Jugend, als sie noch glaubten ich wäre ein .. Nun ja als sie glaubten ich hätte wirkliche magische Begabung lehrten sie mich die Theorie. Darunter war auch ein Schaubild. Die Kosmologie Torils. Ähm wie war das? Die Basis ist die materielle Ebene, sie überschneidet sich mit drei anderen Ebenen. Der Ätherebene, der Astralebene, der Schattenebene. Diese Ebenen existieren praktisch neben der Materiellen. Das macht sie zu etwas Besonderem. Die Ätherebene erlaubt es durch sie hindurch jeden Ort auf der materiellen Ebene in kurzer Zeit zu erreichen. Die Astraleben und die Schattenebene darüberhinaus verbinden alle Ebenen untereinander. Über sie kann man in die niederen Höllen oder die celestischen Sphären ebenso reisen wie in die elementaren Ebenen. Manche spekulieren das es eine weitere Eben geben sollte die wie diese Ebenen alle Ebenen der Kosmologie verbindet. Die Traumebene. Ich meine mich zu erinnern das jeder Schläfer sie betritt. Ob wohl …? Ich muss diesen Gedanken festhalten. Vielleicht hat die Akademie der vier Wege neue Bücher? Gibt es in Danglar Aufzeichnungen über Ebenenreisen?
    Ich packe mein Schreibzeug zusammen und puste über die letzten Zeilen. Die Schrift ist trocken. ich schließe das Buch. Noch ist der Raum leer, aber die ersten Strahlen des kommenden Tages erhellen den Himmel, kündigen den Sonnenaufgang an. Ich schließe die Augen und sende ein Stoßgebet an Deneir. Dann sammle ich mich und schließe das Licht wieder in mir ein. Fast umgehend setzt das Brennen ein. Es ist als würde es sich anstauen und befreit werden wollen.
    Ich lese meine Habseligkeiten auf. Bald beginnt die Reise erneut.

    #1444
    Hana
    Hana
    Moderator

    Der Sturm heulte, der Hagel prasselte gegen die klappernden Fensterläden. Roxsana hatte das Orakeltuch auf dem Tisch ausgebreitetet. Sie warf die Schafsknöchel in die Luft, sie drehten sich – und die Läden flogen auf, begleitet von einem Hagelschauer und einer Wolke aus Schnee. Der Papierstapel verteilte sich vom Truhendeckel in den gesamten Raum. Roxsana fluchte und lief zum Fenster, um die Läden gegen den Wind mühsam wieder zuzudrücken. Dann suchte sie die Blätter wieder zusammen, packte sie diesmal in die Truhe und machte sich auf die Suche nach den Schafsknöcheln. Einen angelte sie aus der brennenden Stumpenkerze und verbrannte sich dabei die Finger am flüssigen Wachs, für den nächsten musste sie unters Bett kriechen. Die anderen beiden lagen auf dem Boden vor der Tür. Roxsana rieb die Knöchel sauber, setzte sich wieder an den Tisch und warf sie noch einmal.
    Sie betrachtete das Ergebnis. Sie würden kommen. Den richtigen Ort wussten sie, da war das Orakel deutlich. Ein Vierteljahr noch – das war wenig verwunderlich, schließlich würde es fast bis zum Sommer dauern, bis der Pass von Schwarzstein aus wieder begehbar wäre. Dann waren sie also noch nicht unterwegs. Wer kommen würde … das wagte sie nicht zu fragen.
    Roxsana verstaute Tuch und Knöchel wieder in der Truhe, verschloss sie und verließ ihren Raum. Ihr war nach Gesellschaft zumute für die letzte halbe Stunde, bevor sie sich wieder an die Arbeit machte. Zweimal links abbiegen, dann wieder rechts. Wasili war zwar tumb und Grigor ein Sadist, aber sie stammten von Clanern ab, wie sie selbst, und sie genoss es, mit jemandem altdanglar zu reden. Es war so lange her.

    #1522
    Hana
    Hana
    Moderator

    Roxsana saß neben ihren Freunden und fühlte sich unbehaglich. Sie hatte sich oft vorgestellt, wie ihre Rückkehr würde … aber jetzt schien ihr alles fremd und irgendwie falsch. Calen neben ihr lachte und prostete Esko zu, und Roxsana hob den Becher mit irgendeinem Schnaps in ihre Richtung und nahm einen Schluck, als ob das helfen würde. Xiana flüsterte dem endlich aufgetauchten Hein etwas zu und Alexej beugte sich zu Arius hinüber. Roxsana fühlte sich wie ein Geist neben ihnen. Sie schloss die Lider und suchte nach ihren Toten. Der Blick durch deren Augen war verschwommen, wie immer, aber sie sah genug. Michaile war tot. Nadjeska und Bert auch. Die Stäbe wohl … Hinrich lebte und war auf der Flucht.
    Mehr wollte sie gerade nicht wissen. „Ruht“, flüsterte sie, und die toten Augen schlossen sich, und ihre Körper sanken zu Boden.
    Calen neben ihr stieß sie versehentlich an, und Roxsana zwang sich zu einem Grinsen und füllte ihren Becher nach.

    #1543
    Alandus Sekundi
    Alandus Sekundi
    Teilnehmer

    Mir ist etwas kalt, aber die Verbrennung tut nicht weh. Es sieht schwarz aus, verbrannt eben. Mit morbider Neugier habe ich die Stellen betrachtet die ich sehen konnte. Die Robe ist hin, zum Glück habe ich noch eine. Deneirs Zeichen ist mit verbrannt, und einen neuen Schreiber brauche ich auch.
    Deneirs Symbol wie, ja wie symbolisch das doch ist. Ich habe nicht auf das vertraut was ich weiß sondern alles riskiert. Ich könnte sagen es war die Angst oder der Kampfeslärm. Doch eigentlich war es diese Stimme in mir die sagte „Was, wenn uns nur das retten kann?“.
    Eigentlich war der Schmerz nicht so groß wie der Schock als es passierte. Und die Scham. Was schäme ich mich. Es war verdammt nochmal Glück das jemand auf die Idee mit der Kühlung kam, und das es funktioniert hat. Eigentlich habe ich es versaut. Ja, wir leben noch, aber versaut habe ich es trotzdem.
    Das Brennen wird wieder stärker. Gestern schob ich die Schmerzen in meinem Kopf auf die durchwachte Nacht, in der ich an der Übersetzung gesessen habe. Ich habe mich so bemüht das Licht nicht freizusetzen. Ich wollte keine unnötige Aufmerksamkeit auf uns lenken.
    All diese Gewalt. Ich setze jetzt zum vierten oder fünften Mal die Feder aufs Papier, doch eigentlich sehe ich es nicht. Der Zustand der Unlebenden, Welle um Welle von Angriffen, die Wunden der Kämpfer.
    Ich habe gesehen wie die Heiler ohne Unterlass von einem Verwundeten zum nächsten hetzten. Wie die Krieger die Stellungen hielten, die Begeher ihre Zauber webten.
    Was tat ich? Ich las, ich spekulierte, ich wollte mein Hirn zwingen den Sinn hinter all dem zu erfassen. Wie viel habe ich falsch verstanden? Oh ja wie war das mit der Kiste mit bunten Steinen und Zahnrädern? Es könnte auch eine Truhe mit Edelsteinen besetzt und aufwändigem Verschlußmechanismus sein? Bis vorhin, als ich allein die beiden Apparate betrachtete, hatte ich nicht verstanden das tatsächlich sie es waren. Der eine mit Zahnrädern um die Neigung einzustellen, der andere mit den drei grünen Erdkristallen und dem violetten Kristall.
    Faszinierende Konstrukte, und gefährlich. Brandgefährlich. Ich bin erschüttert, erschüttert wie viel schlechtes aus dem entstehen kann was jemand mit den besten Absichten entwickelt. Was aus Neugier und Wissen gemacht werden kann.
    Gestern habe ich das Vergessen gesucht. Dabei war das zuerst garnicht mein Ziel. Es war irgendwie befreiend. Das Gefühl gemeinsam überlebt zu haben. Die Erleichterung es überstanden zu haben. Das Gemeinschaftsgefühl, mit allen verbunden zu sein. Es fällt mir sonst schwer aus mir zu gehen, wenn es nicht um Bücher und Wissen geht. Ich bin so, so unbeholfen wenn es um Gefühle und das Reden mit anderen geht. Ich habe doch tatsächlich mitgesungen und .. Nun ja, ich wünschte wirklich bezogen auf einiges von gestern hätte das mit dem Vergessen funktioniert. Aber ich schäme mich auch hierfür. Nicht für das Singen, nein für den Wunsch zu vergessen der sich meiner bemächtigte. Lehrt Deneir uns nicht das Wissen zu bewahren und zu verbreiten? Oder wie sagt es der Achte Grundstein? „Wissen ist der Schlüssel zur Tür der Stärke.“ In diesem Sinne war ich schwach. Doch ich will nicht mehr schwach sein.
    Die Hand, welche die Schreibfeder hält, ballt sich zur Faust. Licht bricht daraus hervor. Sofort lässt das brennen in mir merklich nach. Ich hatte garnicht bemerkt wie stark es bereits wieder geworden war. Ich starre auf das Licht. Es erleuchtet das Papier, die Schreibfeder, den Raum. Es entreisst alles was verborgen war der Dunkelheit. So kann auch meine Erinnerung und meine Aufzeichnungen die Geschehnisse dem Vergessen entreissen. Ich werde mit Xiana reden müssen. Muss erfahren was Sie von dem Mädchen Mimi erfahren hat, nein nicht was Sie von ihr, sondern was Sie über sie erfahren hat. Das Vergessen ist unser Feind. Ich muss auch mit Viktor reden. Erfahren was er über Konrad wusste. Der Mann der für unseren Schutz sein Leben gelassen hat.
    Kann ich auch mit dieser Begeherin reden? Ich versuche mich an ihren Namen zu erinnern, doch es gelingt mir nicht. Ich habe sie bereits gesehen, in der Akademie der vier Wege. In ihren Augen lag Schmerz. Ich wollte sie ansprechen, doch ich konnte nicht. Die Angst das Falsche zu sagen war zu groß. Doch auch ihre Geschichte sollte aufgezeichnet werden.
    Nun beginnt die Feder über das Papier zu gleiten. Ins Tintenfass, aufs Papier, ins Tintenfass aufs Papier. Ein berühigender Rythmus der mir vertraut ist. Das leichte Kratzen erfüllt den Raum. Die Worte fließen aufs Papier und bleiben dort haften. Festgehalten, bereit gelesen zu werden.
    „Die Kunst des Schreibens ist es das Wissen dauerhaft zu machen.“ Seine Stimme klingt in meinem Geist. Danke Alandus Primus.

    #1544

    Xiana
    Teilnehmer

    Als Hein endlich aufgetaucht war, viel Xiana ein weiterer Stein vom Herzen. Er war putz munter und hörte sich alle Berichte aufmerksam an. Als die Freibeuterin dem alten Seemann von Mimi erzählte, spannte er seinen ganzen Körper an. In seinem Blick sah man puren Hass.
    Zum Glück war er nicht dabei gewesen.
    Roxsana trank mit ihnen und versuchte sich von der guten Stimmung anstecken zu lassen. Aber Xiana merkte das sie sich noch nicht ganz fallen lassen konnte. Wie denn auch? Ihr selber würde es auch nicht anders gehen. Ihre Freundin wusste, dass sie sich erst wieder das volle Vertrauen verdienen musste. Doch damit dürfte sie nicht allzu grosse Schwierigkeiten haben. Irgendwie waren doch alle froh darüber, dass sie wieder da war.
    Immer wieder kehrten Xianas Gedanken zu Mimi zurück. Schon wieder Kinder…. würde das denn niemals aufhören?
    Hein stimmte ein Lied an. Sie riss sich mit Gewalt von dem Mädchen los und stimmte mit ein.
    Ablenkung tat ihnen jetzt allen gut. Wer weiß wie bald sie wieder kämpfen mussten.

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