Wolfsblume

Text: Johanna Klapper, Melodie: Joachim Brügmann (Silk&Lute)
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Die Nacht schimmert silbern und Sternregen stiebt,
als sich vor den Mond eine Wolke schiebt.
Nichts hält mich mehr drinnen, ich muss hinaus
auf ledernen Pfoten verlass ich das Haus.
Zum Wolfe verwandelt wie’s immer geschieht
wenn nachts in den Wäldern die Wolfsblume blüht.

Die Menschen in Dorf verriegeln die Tür’n.
Ich glaube sie können das Fremde wohl spür’n.
Halb Mensch halb Wolf, von beidem ein Stück
wer blickt außer mir auf ein Leben zurück
in dem Tarnung und Täuschung die Liebe befleckt?
noch vor jedem hab‘ ich mich bei Vollmond versteckt.

Lange war ich allein dann trat’st Du in mein Leben
auch Dir scheint der Mond in den Adern gegeben.
Ich bin einsam, Geliebte, willst Du nicht verweilen,
um mit mir fortan alle Nächte zu teilen.
Wenn der Duft jener Blume die Sehnsucht entfacht
der erste zu sein von den Kindern der Nacht.

Ein einziger Biss nur, er sei mir erlaubt
der Dich aller friedvollen Träume beraubt.
Schließ die Augen Geliebte, und hab keine Angst
zu spät, wenn Du jetzt um Deine Seele noch bangst
denn ein nachtgrauer Jäger zum Mond hinauf sieht
wenn heut Nacht auf den Hügeln die Wolfsblume blüht.

Den Grünton der Iris, Silberhaar auf dem Rücken
auch Du kannst an Dir bald die Zeichen erblicken.
Bei Mondaufgang wird Dir Dein Spiegelbild
enthüllen den Wolf, hungrig und wild.
Bevor es verblasst und Dir gar nichts mehr zeigt,
bis sich die Nacht vor dem Morgen verneigt.
Folge mir nun und hör die Lieder der Eulen
und lass uns gemeinsam den Vollmond anheulen,
Der den Weg uns beleuchtet mit silbernem Licht
komm nun, mein Liebling, und zürne mir nicht.

Die Nacht schimmert silbern und Sternregen stiebt,
als sich vor den Mond eine Wolke schiebt.
Ein Hase flüchtet, der Schnee glitzert kalt
zwei Wölfe zieh’n Seite an Seit‘ durch den Wald.
Für immer ein Paar nun, was sonst auch geschieht
Wenn nachts in den Eb’nen die Wolfsblume blüht.